Hellweger Anzeiger vom 08.12.2011 PDF Drucken E-Mail

An die Lokalredaktion des Hellweger Anzeiger


„Das Heerener Freibad für immer trocken gelegt“ vom 07.12.11


 Nun ist es amtlich. Das Freibad in Heeren wird geschlossen. Ein trauriger Augenblick für alle, die noch an eine Möglichkeit des Fortbestehens geglaubt hatten. Rein zahlenmäßig betrachtet sprechen die wirtschaftlichen Daten eine klare Sprache. Aber wenn es immer nur danach gehen würde, müssten in vielen Kommunen alle freiwilligen Leistungen eingestellt werden, um einer weiteren Überschuldung entgegenzuwirken.


Der Betrieb der Stadthalle in Kamen zeigt, dass seit Jahren Defizite bis zu einer halben Millionen Euro von den politisch Regierenden akzeptieret werden, ohne nachhaltige Lösungsansätze zu entwickeln. Beim Freibad wurden die spärlichen Einnahmen aus der schlechtesten Saison auch als Grundlage für die Schließung mitherangezogen. Unverständlich dabei bleibt die hektische Eile der Maßnahme. Sinnvoller und für die Betroffenen verständlicher wäre es gewesen, wenn die Politik alle Möglichkeiten zum Erhalt des Bades mit den Interessenvertretern und den Bürgern offen diskutiert hätte. Vielleicht wäre es ja zu Lösungsansätzen (Förderverein, Bürgerbeteiligung, Sponsoren, kreisweites Bäderkonzept, etc.) gekommen. Stattdessen wird mal wieder am Willen der Betroffenen vorbei entschieden.


Die Schließung des Bades wird die Finanzen der Stadt auf jeden Fall nicht sanieren. Hier liegen strukturell Defizite vor, für die Landes- und Bundespolitik verantwortlich sind. Für Banken und Hedgefonds haftet der Steuerzahler bereits mit weit mehr als 100 Mrd.€. Die europäische Schuldenkrise wird das bestehende Haftungsrisiko um ein Vielfaches noch erhöhen. Da bleibt kein Geld mehr für eine finanzielle Sanierung der Kommunen. Insofern dürfen wir uns schon darauf einstellen, wann das nächste Bad der GSW in Kamen, Bönen oder Bergkamen geschlossen wird, um die Gewinne der Stadtwerke und die Einnahmen der Kommunen zu erhöhen. Hoffentlich geht das dann nicht wieder so arrogant am Bürger vorbei.

Gez. Helmut Stalz